Bearbeitungstechniken

Bearbeiten durch Zuschnitt, dem Glasschneiden per Hochdruck-Wasserstrahl, Laser, Bohren, Schleifen, Sägen, Kanten polieren und auch thermisch Verformen ist problemlos möglich. Mundgeblasenes Farbglas der Glashütte Lamberts kommt üblicherweise als Rohmaterial mit einer Größe von ca. 60 x 90 cm zu den verarbeitenden Betrieben. Das Alleinstellungsmerkmal ist, dass die Palette der Farben und Glasarten in Transparenz, Oberflächenstruktur, Bläselung nahezu unerschöpflich ist und zu einer Produktionsbreite von über 5000 unterschiedlichen Farbvariationen geführt hat. Für den verarbeitenden Betrieb oder Künstler ist dabei die Be- und Verarbeitbarkeit des Glases von besonderer Bedeutung; gleichmäßige Dicke und ein sorgfältiger Abkühlungsprozess sorgen für die geforderte Bearbeitbarkeit mit geringst möglichem Verschnitt der wertvollen Gläser.

Bleiverglasung

Seit dem Hochmittelalter werden Glasscheiben mit Bleisprossen als Fensterfüllungen hergestellt. Handelte es sich ursprünglich um eine Möglichkeit größere Fensterflächen mit den relativ kleinen, handgemachten Glasscheiben zu verglasen und aneinander zu reihen, entwickelte sich bald daraus die Kunst, die Bleiprofile als grafisches Element zu verwenden. Die einmalige Vielfalt an Farben und Strukturen von mundgeblasenem LambertsGlas® ermöglicht die Erstellung moderner und traditioneller Bleiverglasung jeder Farbkombination und in jedem Stil.

Ätzen

Eine Besonderheit von LambertsGlas® ist das Überfangglas. Ein Trägerglas mit ein, zwei und manchmal drei Farbschichten von ca. 0,1 – 0,3 mm Dicke überzogen und innig verschmolzen. Dadurch entsteht die Möglichkeit, diese Farbschichten wieder - wie im Batikverfahren - abzudecken und mit Flusssäure abzuätzen. Das kann äußerst malerische Effekte erzielen und so bis zu drei verschiedene, übereinander liegende Farben miteinander vermischen. Zusätzlich können noch Schmelzfarben aufgetragen werden, so dass die Überfanggläser eine fast aquarellartige Wirkung erlauben. Die Flusssäure stellt besondere Anforderungen an das handwerkliche und künstlerische Geschick der Kunsthandwerker, schafft jedoch nahezu endlose Möglichkeiten der Gestaltung.

Sandstrahlen

Das Abtragen der Überfanggläser kann auch mittels Sandstrahlen erfolgen. Die Glasoberfläche bleibt aber in diesem Fall matt und streut das einfallende Licht gleichmäßig. Eine Sandstrahlung auf normalen transparenten Gläsern erzielt eine gleichmäßige, diffuse Wirkung.

Malen

Künstler: Prof. Jürgen Reipka

Wo die Kombination verschiedener Farben innerhalb einer Tafel durch die Kombination von Überfangglas, Glasätzen und auch Sandstrahlen an ihre Grenzen stößt, bietet die Technik des Malens auf Glas eine zusätzliche Möglichkeit der Gestaltung. Mit Schwarzlot und Konturfarben werden Umrisse hervorgehoben. Alle Glasschmelzfarben und Glasuren können auch im Siebdruckverfahren aufgebracht (in letzter Zeit auch mit Digitaldruck) und im Ofen bei ca. 600 Grad °C eingebrannt werden, wobei im Digitaldruck lediglich ein Aufbrennen bei ca. 150 Grad °C geschieht. Mit Schmelzfarben und Silbergelb werden Farbschichten aufgetragen, und mit Überzugsfarben werden zusätzliche Schattierungen herausgearbeitet. Für Könner bietet das Malen auf Glas eine Möglichkeit, den Blick des Betrachters zu steuern und Farben effektvoll zu unterstreichen.

Laminieren

Dekorative Verglasung in Gebäuden mit öffentlichem Publikumsverkehr fordern von Planern und Gestaltern die Einbeziehung von Personenschutz in ihre Überlegungen. Wo zwingend Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben ist, können auch mundgeblasene Flachgläser von Lamberts mit Polyvinylbutyral-Folie (PVB) zu Verbundsicherheitsglas laminiert werden.

Auflaminieren - Klebetechnik

Eine weitere Möglichkeit, LambertsGlas® zu laminieren, bietet sich durch die Verwendung von 2-Komponenten-Silikonen oder Gießharzen. Beide Materialien eignen sich für unterschiedliche Anwendungen und werden von qualifizierten Fachbetrieben verwendet, um Glasbilder bzw. Glasgemälde ohne Bleisprossen zu großflächigen Einzelverglasungen zusammenzusetzen. Dabei werden die Glasteile auf eine Trägerscheibe auflaminiert. Die Trägerscheibe kann diversen Anforderungen wie Personenschutz, Wärmeschutz oder Brandschutz Rechnung tragen. Die auflaminierten Teile aus LambertsGlas® stellen das dekorative und künstlerische Element der Zweckverglasung dar.

Verkleben mit UV-Kleber

Kleinteilige Glasstücke werden mit Klebstoff verklebt, der mit UV-Licht innerhalb kürzester Zeit aushärtet.

Splitterschutzlack

Unter besonderen Bedingungen kann das Auftragen von Splitterschutzlack genügen, um einen ausreichenden Personenschutz zu gewährleisten. Der weitgehend transparente Lack verhindert das Auseinanderfallen einer beschädigten Verglasung mit LambertsGlas® und bietet somit Schutz vor größeren Verletzungen.

Verspiegelung

Effektvoll lässt sich verspiegeltes LambertsGlas® einsetzen. Verschiedene Gelbtöne verwandeln sich beispielsweise in glänzendes Gold, weißes (klares) Glas wird zu Silber. Eine besonders schöne Wirkung erhält man, wenn das Glas auf der Strukturseite (Hobelseite) verspiegelt wird.

Isolierglas

LambertsGlas® kann zu 2-Scheiben oder 3-Scheiben-Isolierglas verbaut werden und erfüllt somit modernste Anforderungen an Wärme- und Schallschutz. Im 3-Scheiben Isolierglas kann LambertsGlas®, selbstverständlich auch als Bleiverglasung, als mittlere Scheibe eingesetzt werden.

Beleuchtung

Hinterleuchtet wird mundgeblasenes Glas der Glashütte Lamberts in Decken- oder Wandverglasungen verwendet. Weißer Opak streut das Licht der Leuchtmittel effektiv und erzeugt eine schöne, gleichmäßige Beleuchtung. Mit einer besonderen Überfangtechnik erhält Opakglas eine leichte Marmorierung und gibt der Verglasung eine sanfte Lebendigkeit. Kombiniert mit farbigem Glas lassen sich verschiedenste Gestaltungen herstellen.

Glasbiegen

Gelegentlich ist es wünschenswert, Flachglas zu wölben oder an eine geschwungene Oberfläche anzupassen. Mundgeblasenes LambertsGlas® lässt sich gut biegen und wölben.