ProductionProduktion

Das Geheimnis der Farbe.

Die Schmelzermeister kennen die Rezepturen aller Gläser. Das flüssige Glas wird im Hafen eingefärbt und auf die gewünschte Farbgebung abgestimmt [04].

Durch Zugabe von Eisen, Kupfer, Nickel und anderen Metallverbindungen bis hin zu Silber und Gold, erzielt die Glashütte Lamberts eine nahezu unbegrenzte Farbpalette. Bereits kleinste Nuancen verändern die Konsistenz, denn kein anderer Werkstoff ist so vielseitig wie Glas [05].

Es werden Proben gezogen und mit der Farbvorgabe verglichen. Exakte Farbstimmigkeit ist die Voraussetzung für die Weiterverarbeitung [06].

04 - Farbabstimmung
04 - Farbabstimmung
05 - Glaszugaben
05 - Glaszugaben
06 - Glasproben
06 - Glasproben

Vom Anfänger bis zur Aufschneiderin.

Über Nacht wird das Glas geläutert und vorbereitet für die wichtigste und schwierigste Bearbeitungsstufe: das Glasmachen. [07]

An jedem Ofen arbeiten vier Mannschaften, die sich jeweils aus dem Anfänger, dem Einträger und dem Glasmachermeister zusammensetzen. Der Anfänger bringt durch Drehen der Glasmacherpfeife im Hafen das flüssige Glas an die Pfeife. Wiederholt geht er in den Hafen bis er die nötige Glasmenge hat. In verschiedenen Holzmodeln gibt er dem Glas durch Drehen und gleichzeitiges Einblasen die richtige Form. [08 + 09]

07 - Glasmacherpfeifen
07 - Glasmacherpfeifen
08 - Kölbelmacher
08 - Kölbelmacher
09 - Anfänger
09 - Anfänger

Abschließend bläst er den Glasposten in einer Holzform bis zur Kugelgröße auf und übergibt die Glasmacherpfeife dem Meister [10]. Der Glasmachermeister bläst die Glaskugel bis zur endgültigen Größe auf. Dabei dreht er den Ballon im Hobel und gibt ihm die exakte Form und Struktur [11].

10 - Glasposten
10 - Glasposten
11 - Glasmachermeister
11 - Glasmachermeister

Dies erfordert viel Können, Kraft und noch mehr Gefühl. Aber nur so lässt sich die unverwechselbare Eigenart von mundgeblasenem Flachglas erzielen.

Der glühende Glasballon wird an der Vorderseite aufgeschnitten [12] und mit der Auftreibschere geweitet [13].

12 - Öffnen des Glasballons
12 - Öffnen des Glasballons
13 - Weiten des Halbzylinders
13 - Weiten des Halbzylinders

Dasselbe geschieht nach nochmaligem Erhitzen auf der anderen Seite [14]. So entsteht ein gleichmäßiger Glaszylinder, dem anschließend in einer Kühlstraße kontrolliert die Spannungen entzogen werden. Am Ende des wichtigsten Produktionsvorgangs steht die Kontrolle der fertigen Zylinder. Erst dann schneidet die Aufschneiderin diese der Länge nach auf. [15]

14 - fertiger Glaszylinder
14 - fertiger Glaszylinder
15 - Aufschneiden des Zylinders
15 - Aufschneiden des Zylinders

Vom Zylinder zur Tafel.

Der aufgeschnittene Glaszylinder wird nun erneut erhitzt und aufgeklappt, gestreckt [16]. Mit einem speziellen Stück Holz wird die wellige Tafel glatt gebügelt [17].

16 - Streckofen
16 - Streckofen
17 - Glätten der Glastafel (Bild: COM PR + Marketing Fürstenzell / Scholz)
17 - Glätten der Glastafel (Bild: COM PR + Marketing Fürstenzell / Scholz)

In einer Kühlstraße wird durch langsames und kontrolliertes Absenken der Temperatur die Spannung aus dem Glas genommen. Somit wird eine besonders gute Schneidfähigkeit der Gläser erreicht. Nach dem Abkühlen wird jede Tafel noch einmal auf Ihre Qualität hin geprüft [18].

18 - mundgeblasenes Flachglas
18 - mundgeblasenes Flachglas
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